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WHATEVER MAGAZINE / ROCKET & WINK
ICH PACKE MEINEN KOFFER

Whatever ist das genial durchgeknallte Magazin von Rocket & Wink, dem legendären Designduo Dr. Gerald Rocketson und Petronius Amund Wink. Niemand hat sie je zu Gesicht bekommen. Ich durfte zumindest einen Beitrag für die Ausgabe 10 "Welcome to Wonderland" schreiben: meine Reisevorbereitung für einen unglaublich unglaublichen Trip ins Wonderland. 

ROCKET & WINK
Dr. Gerald Rocketson, Petronius Amund Wink, Christian Soldatke

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ICH PACKE MEINEN KOFFER
Ich packe meinen Koffer und nehme mit ins Wonderland: einen Walkman, der nur läuft, wenn man läuft, ein 90.000-Minuten Mixtape mit den besten Beats aus ’93 und ’94, einen portablen Plattenspieler, der 16 Millionen Farben analog abspielen kann, einen atheistischen Grizzly, der alle Dialoge aus Californication zitieren kann, ein Rob Roskopp „Eye“ Skateboard mit Hybrid-Düsenantrieb (Kerosin/Elektropunk), einen 4-Farb-Kugelschreiber, der nur schwarz schreibt, weil Schwarz immer, immer gut aussieht, ein Pop-up-Baumhaus von Pierre Koenig, das sich entfaltet, wenn ich es in einen Baumwipfel werfe, eine Matratze aus liegefestem Wackelpudding (Waldmeister), einen sprechenden Schlafsack, der mir zum Einschlafen Berichte aus der Lokalpresse vorliest, einen 486er, auf dem ich zum 486. Mal Day of the Tentacle spielen kann, 5 Tonnen Popcorn, um den Wonderland-Sonnenuntergang zu genießen, eine aufblasbare Badeinsel, um lässig gegen den Strom zu treiben, ein stumpfes Taschenmesser, damit sich niemand verletzt, einen Rucksack, der mir stolz auf die Schulter klopft, während ich ihn trage, eine hüpfende Hüpfburg mit 245 Zimmern, Wassergraben und einer Zugbrücke, die immer unten ist, eine mehrsprachige Gebrauchsanleitung für einen VHS-Videorekorder von Grundig, einen Waschbär mit Putzfimmel, damit ich mich nicht selber waschen muss, eine kreisrunde Kurvendiskussion, damit mir nie der Gesprächsstoff ausgeht, einen maßgeschneiderten Jogginganzug für Geschäftstermine, einen schwarzen Smoking, um vorm Lagerfeuer abzugammeln, eine Flasche feinstes Frostschutzmittel, falls mir mal kalt wird, einen bodenlosen Döner mit alles, ein Sixpack Beltons gegen den Durst, einen Boxsack, den man nur mit Argumenten schlagen kann, Bob Marley, um mit ihm Knalltüten zu rauchen, Bob Ross, der Reisebilder malt und auf Instagram hochlädt, Charles Bukowski, der die passenden Hashtags unter die Bilder kotzt, ein aggressives Funkloch, wenn ich verdammt nochmal meine Ruhe haben will, einen Revolver, der Quatschpatronen schießt, 20 Dosen frisch gezapfter Wahnsinn und eine gigantische Horde durchtrainierter Ameisen, die meinen Koffer tragen. Sauschwer das Ding.